ganzheitlich, patientenzentriert und pragmatisch
SAMPT ist ein zeitgemäßes muskuloskelettale Konzept das sich neu gründete, nachdem wir 2014 erstmals Wim Dankaerts für einen Cognitive Functional Therapy - Workshop (CFT) nach Deutschland eingeladen hatten. CFT ist ein patientenzentriertes, biopsychosoziales Konzept für Menschen mit muskuloskelettaler Schmerzen und Einschränkungen, das verhaltenstherapeutische Ansätze integriert, um sich selbst zu managen. Der Kurs hat unsere Verständnis von Schmerzen und Einschränkungen, unsere Kommunikations- und Untersuchungsstrategien sowie v.a. unser Clinical Reasoning grundlegend verändert. Seitdem versuchen wir diese Ansätze in unsere Zertifikatsausbildung für Manuelle Therapie zu integrieren, was durchaus herausfordernd ist. Es liegt uns am Herzen klarzustellen, dass wir weder CFT-Therapeuten sind, noch dieses Konzept kopieren wollen. Vielmehr wollen wir Elemente dieser Methode sinnvoll in eine moderne MT- Ausbildung integrieren.
Der Weg zu einer mechanismen basierten Therapie
Obwohl wir immer mehr über die Vielschichtigkeit muskuloskelettaler Schmerzen und Bewegungsstörungen wissen, scheinen die Behandlungsstrategien unserer Gesundheitssysteme zur Bekämpfung von Schmerz und Chronifizierung nicht effektiver zu werden. Ärzte und Physiotherapeuten lernen in Studium/Ausbildung die vielen verschiedenen Faktoren, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzen am Bewegungsapparat eine Rolle spielen, kennen. Allerdings zeigen Studien, dass Kliniker im praktischen Alltag nicht, oder nur unzureichend in der Lage sind individuell zu beurteilen, welche Faktoren am einzelnen Patienten genau entscheidend sind. Es wird (zurecht) von uns verlangt in einem bio-psycho-sozialen Kontext zu arbeiten, aber bisher fehlen uns offensichtlich die Strategien das auch zielsicher und effektiv umzusetzen. Obwohl bekannt ist, dass der Zusammenhang zwischen strukturellen Schäden am Bewegungsapparat und Schmerzen nur sehr gering ist, liegt immer noch ein erheblicher Fokus der Diagnostik auf der Bildgebung. Funktionelle Aspekte beruhen immer noch häufig auf Annahmen wie Fehlstellungen von Gelenken und Faszien, Blockaden, Instabilitäten, schwacher Rumpfmuskulatur etc. Die Behandlungsansätze sind somit häufig überholt und sehr eindimensional. Zeigen die biomedizinischen Therapien keinen Erfolg, werden sie oft durch psychosoziale Hypothesen und Strategien ersetzt, die auf allgemeiner Aufklärung und Edukation basieren, den Patienten jedoch meist keine Kontrolle über ihre Schmerzen ermöglichen.
Durch einen wirklich personenbezogenen Ansatz können wir die vielschichtigen Faktoren unserer Patienten erfassen, verständlich und konkret auf den Punkt bringen und zielführend therapieren. Die patientenzentrierte Kommunikation ist dabei von zentraler Bedeutung. Patienten werden ermutigt "ihre Geschichte zu erzählen" - eine persönliche Erzählung ihrer Erfahrungen, ihrer Bedenken, welche Punkte ihrer Geschichte für sie wichtig waren und was für Prioritäten sie haben. Dieser Ansatz bildete die Grundlage für einen individualisierten Behandlungsplan, der sich an den Zielen des Patienten orientiert und drei großen Komponenten beinhaltet:
Dem Schmerz einen Sinn geben
Eine individuelle Erklärung des Schmerzes aus einer biopsychosozialen Perspektive, erläutert anhand der Erfahrungen der eigenen Geschichte des Patienten - kein allgemeiner Vortrag über Schmerzmechanismen
Kontrolle über den Schmerz gewinnen
Anleitung von Schmerz- und Bewegungskontrollstrategien, um das Selbstvertrauen der Menschen zu stärken, sich wieder an geschätzten Aktivitäten (körperlich, beruflich, sozial usw.) zu beteiligen.
Änderungen des Lebensstils
Förderung einer positiven körperlichen, sozialen und psychischen Gesundheit.
